Die Geschichte des Blindenfußballs: vom Schulhofspiel zur Weltmeisterschaft 

Blindenfußball ist eine relativ junge Sportart. Sie entsteht in der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts in Brasilien und Spanien, auf den Schulhöfen spezieller Schulen für sehbehinderte Kinder. Aus diesen frühen, improvisierten Spielen entwickeln sich in den Neunzehnhundertsiebziger-Jahren nach und nach regulierte Wettbewerbe. Neuzehnhundertvierundachtzig tragen brasilianische Teams erstmals eine nationale Meisterschaft aus. Andere Länder ziehen nach und Blindenfußball wird zunehmend internationaler. Neunzehnhundertsechsundneunzig übernimmt ein eigener Unterausschuss in der International Blind Sports Federation die globale Organisation des Sports und sorgt für einheitliche Regeln. Auf kontinentale Meisterschaften in Südamerika und Europa folgen Neunzehnhundertsiebenundneunzig die erste Europameisterschaft und Neunzehnhundertachtundneunzig schließlich die erste Weltmeisterschaft im Blindenfußball. In der Regel treten bei Wettbewerben Mixed-Teams an. Seit Zweitausendzweiundzwanzig gibt es zusätzlich eine Europameisterschaft der Frauen, seit Zweitausenddreiundzwanzig auch eine Frauen-Weltmeisterschaft. 

Nach Deutschland kommt Blindenfußball erst in den Zweitausender-Jahren. Im Vorfeld der WM Zweitausendsechs findet in Berlin ein internationales Turnier mit Begleitprogramm statt. Das englische Nationalteam nutzt die Gelegenheit, um einen Workshop für Anfänger*innen auszurichten. Unter den Teilnehmer*innen sind auch die St.-Pauli-Fans Katja und Michael Löffler, Mitinitiator*innen der Hörplatzreportagen am Millerntor. Von der Erfahrung begeistert, beginnen sie unmittelbar nach ihrer Rückkehr nach Hamburg mit dem Aufbau eines Blindenfußballteams beim FC St. Pauli. Ähnlich ergeht es einer Delegation aus dem Schwabenland. So entstehen am Millerntor und beim MTV Stuttgart die ersten Blindenfußballteams Deutschlands. 

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Stationsbeschreibung: Links neben dem Text sind drei Abbildungen ausgestellt, das Logo einer Sportabteilung und zwei Fotografien.

Ein rundes Logo zeigt in der Mitte auf rotem Hintergrund eine stilisierte weiße Person mit schwarzer Augenbinde neben einem weißen Ball. Im weißen Außenring steht in schwarzen Großbuchstaben „FC St. Pauli“ oben, sowie „Tor-und Goalball“ unten.
Zweitausendfünf initiiert Stefan Mörs die Gründung einer Torballabteilung im FC St. Pauli. Torball ist eine vor allem in Deutschland verbreitete Blindensportart. Spieler*innen versuchen, vor einem Tor liegend, Gegentreffer zu verhindern.

Eine Gruppe von siebzehn Personen in überwiegend schwarzen Sporttrikots steht auf einem Fußballplatz vor einem Tor. Im Vordergrund stehen eine Person in einem schwarz-weißen Trikot und ein Blindenführhund im Geschirr. Außerdem liegt ein Fußball auf dem Rasen. Im Hintergrund sind weitere Menschen, Bäume und blauer Himmel zu erkennen.
Das Bild zeigt unter anderem die St. Paulianer*innen Katja und Mike Löffler, die während dieses Blindenfußballworkshops Zweitausendsechs in Berlin beschließen, in Hamburg ein Blindenfußballteam aufzubauen.

Zehn Personen posieren auf einem Fußballplatz vor einem Tor. Sechs stehen in der hinteren Reihe, vier hocken oder knien davor. Mehrere Personen tragen schwarze Trikots mit dem Vereinslogo des FC St. Pauli, zwei Personen weiße Trainingsjacken mit schwarz-rot-goldenen Streifen an den Ärmeln.
Es ist eine Aufnahme der deutschen Auswahl rund um Michael Löffler, die im September Zweitausendsechs an einem Mehrnationenturnier in Griechenland teilnimmt. Da dem Team noch offizielle Trikots fehlen, läuft es in den Farben des FC St. Pauli auf.

Nächster Schritt: Rechts von dir kommst du zur nächsten Hörstation, die wieder durch ein Ohr-Symbol im Handlauf gekennzeichnet ist. Hier wartet ein Text auf dich, der sich der Geschichte des Blindenfußballs im FC St. Pauli widmet.