Blindenfußball beim FC St. Pauli
Auf der Suche nach Unterstützung für den Aufbau eines Blindenfußballteams beim FC St. Pauli wenden sich Michael und Katja Löffler im Frühjahr Zweitausendsechs an den Vorsitzenden der Herrenfußballabteilung, Dieter Rittmeyer. Dieser ist sofort überzeugt und verspricht, ein Blindenfußballteam in die Abteilung aufzunehmen – gleichberechtigt und mit allen Möglichkeiten, die auch anderen Teams zur Verfügung stehen. Dank seiner Unterstützung geht es schnell voran.
Im November Zweitausendsechs treten mit dem FC St. Pauli und dem MTV Stuttgart erstmals zwei deutsche Blindenfußballteams gegeneinander an. Zweitausendsieben gewinnen die braun-weißen Blindenfußballer*innen ihr erstes Turnier, und Zweitausendacht gehören sie zu den acht Gründungsteams der Blindenfußball-Bundesliga. Obwohl es in der Premierensaison am Ende nur für Platz Acht reicht, lassen sich die St.-Paulianer*innen nicht entmutigen und initiieren noch im selben Jahr ein eigenes Hallen-Masters-Turnier unter dem Motto „Keep your mind wide open“. Nach einigen sportlich herausfordernden Jahren beginnt sich ab Zweitausenddreizehn das Blatt zu wenden, auch dank zahlreicher talentierter Nachwuchsspieler*innen.
Zweitausendvierzehn wird Serdal Celebi als erster St.-Paulianer für die Blindenfußball-Nationalmannschaft nominiert und fährt zur Weltmeisterschaft nach Japan. Das mittlerweile etablierte Masters zieht von der Budapester Straße an den Borgweg und entwickelt sich vom Hallen- zum Outdoorturnier. Zweitausendsechszehn wird der Siebzehn-jährige Jonathan Tönsing Bundesliga-Torschützenkönig. Mit seinen Fünfzehn Treffern trägt er maßgeblich zum bis dahin besten Bundesligaergebnis bei: Platz Drei. Dieser Rekord hält jedoch nur ein Jahr, denn Zweitausendsiebzehn feiern die Blindenfußballer*innen ihren ersten Meistertitel. Die vier Feldspieler*innen sind im Schnitt gerade einmal Siebzehneinhalb Jahre alt. Zweitausendachtzehn verliert St. Pauli im Finale um die Ligameisterschaft knapp mit Eins zu Zwei gegen den MTV Stuttgart. Dafür wird Serdal Celebis Anschlusstreffer als erstes Tor eines Blindenfußballers zum Tor des Monats der ARD Sportschau gewählt. Im Masters-Turnier setzt sich das Team von Trainer Wolf Schmidt erfolgreich gegen internationale Top-Teams durch und holt als Gastgeber erstmalig den Titel.
Zweitausendneunzehn sichert sich der FC St. Pauli nicht nur die Vizemeisterschaft in der Bundesliga, sondern gewinnt auch den Bucovice Blind Football Cup. Zweitausendzwanzig knüpfen die Braun-Weißen an diesen Erfolg an und beenden die Bundesligasaison erneut auf Platz zwei. Zweitausendeinundzwanzig folgt schließlich der zweite deutsche Meistertitel, den das Team im darauffolgenden Jahr erfolgreich verteidigt. In der Saison Zweitausendzweiundzwanzig stehen mit Svenja Bartels (Tor), Thoya Küster und Alisa Rudi erstmals drei Frauen in der Start-Fünf. Im selben Jahr gründet sich beim FC St. Pauli außerdem das erste deutsche Frauenteam im Blindenfußball, aus dem wenig später das Frauen-Nationalteam hervorgeht. Zweitausendvierundzwanzig wird St. Pauli zum vierten Mal Meister im Blindenfußball.
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Stationsbeschreibung: Rund um diesen Text sind drei Fotografien und eine Infografik platziert.
Das erste Foto zeigt sieben Personen stehen, die in zwei Reihen auf einem Fußballplatz stehen in die Kamera blicken. Sechs Personen tragen weiße Trikots mit dem Vereinslogo des FC St. Pauli und schwarze Verdunklungsbrillen mit Schutzmasken. Rechts daneben steht eine Person in einem grauen Trikot mit blauen Torwarthandschuhen.
Die Bildunterschrift lautet: Als Gründungsmitglied der Blindenfußball-Bundesliga tritt der FC St. Pauli am Neunundzwanzigsten März Zweitausendacht in Berlin zum ersten Spieltag an.
Eine Infografik trägt die Überschrift „Sportliche Leistungsstufen - Stand 2026“ und den Untertitel „Blindenfussball im FC St. Pauli“. Links ist eine sechsstufige Pyramide abgebildet, deren Ebenen von unten nach oben mit „Basis Inklusiv“, „Anfänger“, „Frauen“, „Nachwuchs“, „DBFL“ und „N“ beschriftet sind. Jede Ebene ist rechts mit einer Erläuterung verbunden: „Basis Inklusiv“ mit „Inklusive Trainingsgruppe“, „Anfänger“ mit „Mini-Turniere 1–1“, „Frauen“ mit „Frauen und Mädchen“, „Nachwuchs“ mit „Liga Nachwuchs“, „DBFL“ mit „Bundesliga Team“ und „N“ mit „Blindenfußball National“. Daneben stehen jeweils Angaben zu Trainingsumfang und Wettkämpfen. Eine gestrichelte horizontale Linie trennt die unterste Ebene „Basis Inklusiv“ von den darüberliegenden Leistungsstufen. Die Grafik ist schwarz-weiß gestaltet.
Das nächste Bild zeigt einen Spieler in einem braunen Trikot mit einer Verdunklungsbrille. Er schießt mit dem Ball auf ein Tor. Vor ihm steht ein Torwart im orangefarbenen Trikot mit der Rückennummer Eins und ausgebreiteten Armen. Im Hintergrund sind mehrere Spieler in violetten Trikots zu erkennen.
Bildunterschfrift: Das Bild zeigt FC St. Pauli-Spieler Paul Ruge beim Torabschluss gegen den englischen Keeper Owen Locke beim Bucovice Blind Football Cup Zweitausendvierundzwanzig. Im Finale unterliegt der FC St. Pauli dem Merseyside Blind and Visually Impaired Football Club mit Zwei zu Vier.
Das dritte Bild zeigt neun Menschen, davon sechs weiblich gelesene Personen, die nebeneinander in einer Sporthalle vor einer Kletterwand stehen. Einige von ihnen haben die Arme umeinander gelegt. Mehrere Personen tragen Sportkleidung des FC St. Pauli.
Bildunterschrift: Im Januar Zweitausendzweiundzwanzig gründen Spielerinnen des FC St. Pauli das erste deutsche Frauenteam im Blindenfußball.
Rechts neben den beschriebenen Bildern befindet sich ein zweiter Fotoblock. Dieser zeigt weitere Aufnahmen aus der Zwanzigjährigen Geschichte der Blindenfußball-Sparte.
Bild 1: Mehrere Fußballspier*innen stehen in einer langen Reihe auf einem Kunstrasenplatz vor dem Hamburger Rathaus. Die Teams tragen braune und blaue Trikots, einige Personen tragen Verdunklungsbrillen. Rechts ist eine Bande mit der Aufschrift „Blindenfussball Bundesliga“ zu sehen. Hinter den Mannschaften stehen zahlreiche Zuschauer*innen entlang der Spielfeldbegrenzung und verfolgen das Geschehen.
Bildunterschrift: Das Foto zeigt einen besonderen Spieltag der Blindenfußball-Bundesliga: Zweitausenddreizehn treten die Blindenfußballer*innen des FC St. Pauli vor der Kulisse des Hamburger Rathauses an. Auch Uwe Seeler verfolgt die Partie.
Bild 2: Zwei Jugendliche in den braunen Trikots des FC St. Pauli stehen vor einem historischen Gebäude. Sie halten jeweils eine bronzefarbene Fußballerfigur auf einem Sockel in die Kamera, darauf ist die Aufschrift „Newcomer 2013“ zu lesen. Hinter ihnen stehen drei Erwachsene in Anzügen.
Bildunterschrift: Hier werden Jonathan Tönsing und Rasmus Narjes Zweitausenddreizehn von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach als „Newcomer des Jahres“ ausgezeichnet.
Bild 3: Eine Person trägt eine braune Kappe und ein braunes T-Shirt mit dem FC St. Pauli-Logo sowie der Aufschrift „Keep your mind wide Open“ und einer Braillezeile darunter. In der rechten Hand hält die Person eine leuchtend gelbe, kopfförmige Trophäe auf einem Holzsockel. Im Hintergrund sind ein Pavillon und Bäume zu sehen.
Bildunterschrift: Der ehemalige Leiter der Fußballabteilung Dieter Rittmeyer unterstützt die Entstehung der Blindenfußballsparte des FC St. Pauli maßgeblich. Die Sportler*innen ehren ihn Zweitausendsechszehn mit seinem Konterfei als Pokal für ihr eigenes Mastersturnier.
Bild 4: Eine Gruppe von fünfzehn Menschen in roten Trikots posiert vor einer Tafel mit den Aufschriften „IBSA Blind Football“ und „European Championship Twenty Twenty Two“. Mehrere Personen tragen Goldmedaillen, in der Mitte wird ein großer goldener Henkelpokal hochgehalten.
Bildunterschrift: Die deutschen Blindenfußballerinnen gewinnen Zweitausendzweiundzwanzig die erste Europameisterschaft. Das Team besteht zu großen Teilen aus Spielerinnen des FC St. Pauli, darunter Torschützenkönigin Thoya Küster.
Nächster Schritt: An der nächsten Station kannst du dir ein Video mit Audiodeskription über Zwanzig Jahre Blindenfußball im FC St. Pauli anhören. Es ist auch per QR-Code abrufbar, damit du es dir später anhören oder weiterhören kannst. Orientiere dich dafür einfach am Ohr-Symbol im Handlauf.
Nach dem Video führt dich ein Leitstreifen auf dem Boden zur anderen Seite des Raumes. Der Anfang des Leistreifens ist durch ein Dreieck-Symbol im Handlauf angezeigt. Am Ende des Leitstreifens angekommen, fängt der Handlauf wieder an. Du kannst dich nun entscheiden, einen Abstecher nach links zu machen und dir über VR-Brillen einen Spielausschnitt anzuhören. Oder du hältst dich rechts und folgst weiter dem Rundgang am Handlauf, dann kommst du zur nächsten Hörstation. An dieser geht es um das Engagement der Blindenfußball-Abteilung über den Verein hinaus.